Die von Burgen gekrönten Rebhänge links und rechts des Rheins tragen oft klangvolle Namen wie "Bacharacher Schloss Stahleck", "Kauber Pfalzgrafenstein", "St.Goarer Burg Rheinfels", "Oberweseler Schloss Schönburg". Sie alle gehören zum Weinanbaugebiet Mittelrhein zwischen Bingen und Bonn, das im Süden von den Mittelgebirgen Hunsrück und Taunus, im Norden von Eifel und Westerwald flankiert wird.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />
Weinrechtlich ist das Gebiet in die beiden Bereiche Siebengebirge und Loreley aufgeteilt. Der Bereich Loreley, der alle rechtsrheinischen Weinorte von Kaub bis Oberdollendorf und die linksrheinischen von Bingen bis Koblenz umfasst, liegt dabei im Gebiet des Welterbes.
Zu den bekannteren und bedeutenderen Lagen zählt beispielsweise der "Bopparder Hamm". Die große Flussschleife zwischen Boppard und Spay ist das ideale Terrain für eine der größten zusammenhängenden Weinbergsflächen am Mittelrhein. Der Name „Bopparder Hamm“ ist der Sammelbegriff für alle Bopparder Weine, in den sich die einzelnen Lagenamen einbetten. Jede Lage hat wiederum ihre Eigenart.
Bacharach, im Mittelalter der bedeutendste Weinmarkt am Rhein, hat neben den bekannten Weinlagen „Bacharacher Hahn“, “St. Jost“, „Wolfshöhle“, „Posten“, „Schloss Stahlberg“ und „Kloster Fürstental“ eine Besonderheit zu bieten: den „Inselwein“ vom „Heyles`en Werth“. Dieser wächst auf einer Insel die vor Bacharach liegt und sich im Besitz der Familie Bastian befindet.
In allen Himmelsrichtungen kann man von Oberwesel aus bekannte Steillagen erblicken. Die Reben wachsen im Römerkrug, St. Martinsberg, Goldemund oder den Sieben Jungfrauen. Ein besonderes Projekt entsteht zurzeit im „Ölsberg“. Nach jahrelanger Brache und Verbuschung wird die Südlage wieder „flott“ gemacht und gilt mit ihrem zukunftorientierten Weinbau als Vorzeigeobjekt am Mittelrhein.
Weinlagen auf der rechten Rheinseite erinnern an Personen oder Mythen, an Feldmarschall Blücher etwa, dem die Lage „Kauber Blüchertal“ gewidmet ist oder an die „Loreley“, die als „Loreley-Edel“ die Herzen der Weinfreunde höher schlagen lässt.
Lagen im Rheingau
Ab Rüdesheim fließt der Rhein wieder in Richtung Norden. Im Engtal der Rheins auf Höhe des 50. Breitengrades findet man einmalige geologische und klimatische Bedingungen, die sogar Feigen, Mandeln und Zitronen reifen lassen. Dieser Landstrich birgt auch optimale Voraussetzungen für den Anbau der Rieslings, der Weltruf erlangt hat. Hier sind die berühmten Lagen wie Assmannshäuser Höllenberg und der Rüdesheimer Schlossberg. Die Lagen sind durch die Schieferverwitterungsböden mit den Südhängen geprägt.
In Lorch mündet die Wisper in den Rhein. Dieser Sachverhalt hat einen gravierenden Einfluss auf das Klima des Rheintals (Wisperwinde). Man findet die Einzellagen Rosenberg, Seligmacher, Schlossberg, Kapellenberg, Krone, Pfaffenwies und Bodenthal-Steinberg.
Assmannshausen wurde durch die heißen Quellen im Jahre 1489 und durch die Spätburgunder Rotweine aus der Lage Höllenberg bekannt. Man findet die Einzellagen Hinterkirch, Höllenberg und Frankenthal. Der Name für die steinige und schieferhaltige Lage Höllenberg leitet sich aus dem altdeutschen Begriff "Halde" ab.
Auf der Höhe von Rüdesheim tritt der Rhein in das enge Durchbruchstal ein und ändert seine Flussrichtung nach Norden. Man findet die Einzellagen Kaisersteinfels, Schlossberg, Drachenstein, Roseneck, Rottland, Rosengarten, Bischofsberg, Klosterberg, Klosterlay, Kirchenpfad und Magdalenenkreuz.